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Wie Chinas Propaganda die USA im Iran-Krieg darstellt

Chinesische Staatsmedien portraitieren die USA auf subtile Weise als destabilisierende Kraft im Nahen Osten. Ein KI-generiertes Video zeigt eine persische Katze und einen Adler, die miteinander kämpfen

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Wie Chinas Propaganda die USA im Iran-Krieg darstellt
DW Deutsch Quelle: DW Deutsch

Vergangene Woche ging ein von chinesischen Staatsmedien erstelltes KI‑Video viral. Es zeigt persische Katzen und einen kahlköpfigen Adler in einem epischen Kampf, der an Fantasy-Geschichten erinnert. Als offenkundige Parabel auf den Krieg der USA und Israels mit dem Iran erzielte es innerhalb weniger Stunden fast eine Million Likes und füllte die Kommentarspalten.

Das reichweitenstarke Video des staatlich geführten Central China TV (CCTV) zeigt die „persischen Katzen", die Rache an dem arroganten "weißen Adler" nehmen wollen, der ein Wüstenreich namens „Tal des Goldflusses" dominiert. Der Adler zwingt das Reich, knappe Ressourcen - in dem Video ist es die „Schwarzeisen-Essenz" - ausschließlich mit "Goldtickets des weißen Adlers" zu handeln.

Nachdem der Adler den Anführer der persischen Katzen ermordet hat, entwickelt sich ein asymmetrischer Abnutzungskrieg, in dem der Adler teure "Anti-Luft-Goldnadeln" verschießt, um billige "Holzvögel" abzuschießen.

Das Video bietet einen guten Einblick, wie Peking den Iran‑Konflikt interpretiert, um die öffentliche Meinung im Inland zu beeinflussen. "Von Anfang an waren chinesische Offizielle sehr klar darin, den Krieg sowohl als illegal als auch als Bedrohung für die globale Stabilität zu beschreiben", sagte W.A. Figueroa, Assistenzprofessor für Geschichte und internationale Beziehungen an der Universität Groningen in den Niederlanden. Die Kernbotschaft, die der chinesischen Öffentlichkeit vermittelt wird, entspricht dabei einem mittlerweile häufig verwendeten Narrativ: "Das dargestellte Bild ist das eines ruhigen, engagierten und diplomatischen China im Gegensatz zu einem aggressiven und unberechenbaren Vereinigten Staaten", sagt der Wissenschaftler.

Chinas Medienstrategie: Harte Botschaften leicht verdaulich

In scharf formulierten Kommentaren gibt die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua dabei die Richtung vor: Washingtons eigentliches Ziel sei ein "Iran ohne Souveränität", und der Krieg diene "weniger der ‚Sicherheit‘ als vielmehr der Hegemonie". In den sozialen Medien werden diese großen geopolitischen Themen dann in leicht verdauliche, nationalistische Kurzclips zerlegt.

So zeigt auch das KI‑Video von CCTV, wohin sich die chinesischen Staatspropaganda bewegt. Sie werde hier durch das beliebte Fantasy‑Kampfkunst‑Genre Wuxia  "gefiltert", sagte Alicja Bachulska, China‑Analystin beim European Council on Foreign Relations, im Interview mit der DW.

Die Verwendung künstlicher Intelligenz mache offizielle Narrative "viel schmackhafter" und "unterhaltsamer" für das heimische Publikum als trockene TV‑Berichterstattung, so Bachulska weiter. Durch die clevere Nutzung tief verwurzelter Nostalgie für die Kung‑Fu‑Filmklischees aus Hongkong der 1980er‑Jahre betten die Staatsmedien geopolitische Botschaften nahtlos in die Popkultur ein.

Diese Orientierung auf die sozialen Medien lässt sich auch anderen Beispielen ablesen. "Jing Si You Wo", ein beliebter Influencer auf der chinesischen Kurzvideo-App Douyin, erreicht eine gewaltige Online-Anhängerschaft. In seinen jüngsten Videos wird freudig behauptet, die USA hätten angesichts der iranischen Entschlossenheit "den Schwanz eingezogen" und Irans mächtigste Waffe sei der pure Wille zur „gegenseitigen Zerstörung".

Und auch der offizielle Douyin-Account des chinesischen Militärs veröffentlichte ein virales Video. Mithilfe hochauflösender Satellitenaufnahmen analysiert es detailliert die US‑Truppenbewegungen am Golf. Der Beitrag erhielt über sechs Millionen Likes – was klar darauf hindeutet, dass die chinesische Bevölkerung begierig ist, die Taktiken und Strategien des US‑Militärs zu studieren.

Peking als "stabilisierende Kraft"

Die politischen Überlegungen hinter Chinas Konfliktnarrativ im Nahen Osten und die damit verbundenen politischen Überlegungen seien Teil einer breiteren, langfristig angelegten Strategie, meint Figueroa, dessen Forschung auch die Beziehungen zwischen China und dem Nahen Osten umfasst. Denn die Regierung in Peking müsse fortlaufend Washingtons Vorwürfe kontern, China sei eine destabilisierende Kraft. Die jetzige Situation "ermöglicht es ihr, nicht nur der Welt, sondern auch dem eigenen Volk zu zeigen, dass China tatsächlich gut dasteht. China macht Fortschritte und China ist eine stabilisierende Kraft", sagte er.

Die chinesischen Polit-Eliten betrachten dabei die Welt durch das Prisma einer existenziellen Rivalität, ergänzt Bachulska. "Alle globalen Entwicklungen … werden durch die Frage gefiltert, wie China sie nutzen kann, um das Narrativ zu stärken, dass die USA eine neo‑imperiale Macht und ein diskreditiertes Handlungszentrum sind" sagte sie.

Letztlich präsentiert Peking stolz seine eigene geopolitische Lösung für das weltweite Chaos, das es selbst gerne hervorhebt. Der animierte Kurzfilm "Katze und Adler" endet folglich mit chinesischer Kampfkunstweisheit: "Das wahre Wesen der Kampfkunst liegt nicht im Einsatz von Waffen, sondern darin, Gewalt zu stoppen."

Und: Findige Händler schaffen es, die Handelsblockaden des weißen Adlers zu umgehen. Damit enthält das Video auch eine subtile und strategische angelegte Werbung für Chinas Belt‑and‑Road‑Initiative - als ultimativen Weg, der wirtschaftlichen Hegemonie der USA zu entkommen.

So baut China seine Macht in der Welt aus

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Aus dem Englischen adaptiert von Florian Weigand

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