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Ukraine greift Russlands Ostseehafen Ust-Luga mit Drohnen an

Es ist der dritte derartige ukrainische Angriff binnen einer Woche. Über den Hafen Ust-Luga bei St. Petersburg verschifft Russland Öl, Flüssigerdgas und Dünger.

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Ukraine greift Russlands Ostseehafen Ust-Luga mit Drohnen an
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"Der Hafen von Ust-Luga wurde beschädigt", teilte der Gouverneur von Russlands Region St. Petersburg, Alexander Drosdenko, mit. Drei Menschen seien durch die Angriffe mit Langstreckendrohnen verletzt worden, darunter zwei Kinder.

Die russische Luftabwehr wehrte demnach in der Nacht zum Dienstag im Nordwesten der Region insgesamt 38 Drohnen aus der Ukraine ab. Am Flughafen der Millionenstadt St. Petersburg mussten wegen der Drohnengefahr mehr als 60 Verbindungen gestrichen oder verschoben werden.

Das Hafengebiet am Finnischen Meerbusen in der Nähe der Grenze zu Estland ist ein wichtiger Umschlagplatz für Erdöl, Flüssiggas, Kohle und Dünger aus Russland. Ust-Luga war laut Angaben der russischen Behörden bereits am vergangenen Sonntag und am vorigen Mittwoch attackiert worden. Dabei hätten ukrainische Drohnenangriffe im Hafen Brände ausgelöst. Tanklager seien in Flammen aufgegangen und technische Anlagen seien beschädigt worden, hieß es weiter.

Auch Ukraine greift nun zunehmend Infrastruktur an

Die ukrainischen Streitkräfte haben in den vergangenen Wochen ihre Gegenangriffe auf die russische Infrastruktur verstärkt. Attackiert wurden Raffinerien, Öldepots und Häfen.

Die Regierung unter Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht diese Anlagen als legitime Ziele. Man müsse die Einnahmen Russlands aus dem Ölgeschäft zur Finanzierung seiner Offensive in der Ukraine reduzieren, heißt es aus der Hauptstadt Kyjiw.

Russland überzieht das Nachbarland seit mehr als vier Jahren mit einem Angriffskrieg. Die von den USA vermittelten Gespräche zwischen den Regierungen in Moskau und Kyjiw über eine Waffenruhe und Frieden ruhen seit den US-israelischen Angriffen auf den Iran.

EU-Vertreter gedenken der Massaker-Opfer von Butscha

Indes demonstrieren Vertreter aller 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union und die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas mit einem Besuch in der Ukraine ihre Solidarität mit dem angegriffenen Land. Der Delegation gehört auch Deutschlands Außenminister Johann Wadephul an. Gemeinsam besuchten sie das nahe Kyjiw gelegene Butscha.

Die Kleinstadt war nach Kriegsbeginn im Februar 2022 von russischen Truppen besetzt worden. Nach ihrer Befreiung durch ukrainische Streitkräfte Ende März wurden in den Straßen zahlreiche tote Zivilisten aufgefunden.

Offiziell wurden in Butscha mehr als 400 getötete Bürger gezählt. In der Region insgesamt waren es mehr als 1300 Zivilisten, 700 von ihnen waren erschossen worden. Butscha wurde damit zum Symbol für russische Kriegsverbrechen.

Kallas in der DW: Man darf die Ukraine nicht aus den Augen verlieren

Die Außenbeauftragte Kallas sagte mit Blick auf den Iran-Krieg der Deutschen Welle in Butscha, man dürfe die Ukraine nicht aus den Augen verlieren. "Ich halte das für äußerst wichtig.“ Sie wies darauf hin, dass die Regierung in Kyjiw - ungeachtet der täglichen Abwehr russischer Angriffe - die Golfstaaten derzeit mit dringend benötigten Drohnenabwehrsystemen unterstütze. Kallas äußerte die Hoffnung, dass diese Länder vielleicht auch der Ukraine dann zu Hilfe kämen.

Die Ukraine hat im Krieg gegen Russland ihre Fähigkeiten zur Drohnenabwehr und zur Produktion von Drohnen stark ausgebaut. Sie hat bereits Spezialisten ​als Berater in Länder der Golf-Region entsandt, die als US-Verbündete seit vier Wochen vom Iran mit Drohnen und Raketen attackiert werden.

Wadephul: Deutschland hilft beim Sammeln von Beweismitteln 

Bundesaußenminister Wadephul betonte bei seinem Besuch: "Die Ukrainerinnen und Ukrainer sind Teil unserer europäischen Familie." Die Botschaft an Russland laute zudem, die Verantwortlichen für diesen Krieg und die begangenen Verbrechen düften nicht ungestraft davonkommen. Deshalb unterstütze die Bundesregierung die Ukraine bei dem Zusammentragen von Beweismitteln und der Dokumentation von Verbrechen.

Der deutsche Minister von der konservativen Christlich Demokratischen Union (CDU) erneuerte auch die Perspektive einer EU-Mitgliedschaft der Ukraine. "Wir begleiten sie entschlossen auf dem Weg in die Europäische Union", betonte Wadephul.

se/AR (dpa, afp, rtr, dw)

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