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Uffizien bringen nach Hackerangriff Kunstwerke in Sicherheit

Nach einem Cyberangriff auf die Uffizien in Florenz wächst die Angst vor einem Überfall: Täter erbeuten sensible Daten zu Alarmanlagen und Lageplänen. Italiens berühmte Galerie verstärkt ihre Schutzmaßnahmen.

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Uffizien bringen nach Hackerangriff Kunstwerke in Sicherheit
DW Deutsch Quelle: DW Deutsch

Aus Angst vor einem Einbruch sind nach einem Hackerangriff auf die Uffizien in Florenz zahlreiche Ausstellungsstücke in Sicherheit gebracht worden. Das Museum, mit mehr als fünf Millionen Besuchern pro Jahr eines der bekanntesten der Welt, ließ zudem in aller Eile Türen und Notausgänge sichern. Nach einem Bericht der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" versuchten die unbekannten Täter bereits, mit den gestohlenen Daten eine Art Lösegeld zu erpressen.

In vielen Museen rund um die Welt sind die Sorgen vor Einbrüchen seit einiger Zeit groß. Auslöser ist der spektakuläre Kunstraub im Louvre in Paris, wo im Oktober ein Teil der französischen Kronjuwelen gestohlen wurde. Im März wurden zudem drei Gemälde französischer Meister aus einem Museum in Norditalien entwendet.

Hacker schicken Lösegeldforderung an Galerie-Direktor

Die Uffizien selbst bestätigten an diesem Freitag einen Angriff von Hackern am 1. Februar. Dabei fielen ihnen neben Zugangsdaten zum Fotoarchiv auch detaillierte Lagepläne sowie die Standorte der Überwachungskameras in die Hände, heißt es aus Ermittlerkreisen. In einer schriftlichen Stellungnahme des Museums wurde zugleich betont, bislang sei nichts beschädigt oder gestohlen worden, auch "absolut keine Passwörter".

Dem Bericht des "Corriere della Sera" zufolge gelangten die Hacker zudem an die private Handynummer von Uffizien-Direktor Simone Verde. Auf diesem Weg sei schließlich auch die Lösegeldforderung übermittelt worden. Inzwischen ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei. Auch Italiens Behörde für Cybersicherheit ist eingeschaltet. Die Uffizien, das italienische Kulturministerium sowie die Polizei äußerten sich zunächst nicht zu dem Bericht. Auch Museumsdirektor Verde lehnte eine Stellungnahme ab. Das Museum selbst hatte zuvor bereits von Angriffen auf sein IT-System berichtet, ohne jedoch Details zu nennen.

Kunstwerke in Sicherheit gebracht

Die fast 500 Jahre alten Uffizien zählen zu den bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt, mit einem Schwerpunkt auf Gemälden und Skulpturen der Renaissance. Zum Bestand gehören Werke von Michelangelo, Raffael, Leonardo da Vinci und Sandro Botticelli, aber auch von Rembrandt und Hans Holbein. Zu den Uffizien gehören außerdem der Palazzo Pitti und die Boboli-Gärten.

Nach Informationen des "Corriere della Sera" wurden Schmuckstücke aus dem "Tesoro dei Granduchi" (Schatzkammer der Großherzöge) vorsorglich in einen Tresorraum der italienischen Notenbank gebracht. Mehrere Ein- und Ausgänge bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Auf der offiziellen Website der Uffizien heißt es, die Schatzkammer sei wegen "außerordentlicher Wartungsarbeiten" seit dem 3. Februar geschlossen. Zudem wurden neue Kameras installiert. Befürchtet wird auch, dass sensible Informationen, etwa das umfangreiche digitale Archiv des Museums, im Darknet landen könnten.

Hacker nutzen wohl Schwachstelle aus

Der Zeitung zufolge, die sich auf Angaben von Ermittlern und Museumsmitarbeitern stützt, könnten die Hacker bereits im August vergangenen Jahres erstmals in das IT-System der Uffizien eingedrungen sein. Wahrscheinlich sei dies über eine Schwachstelle in einer veralteten Software zur Bildverwaltung geschehen. "Das war eine der wenigen Stellen, die noch nicht digitalisiert waren. Da sind sie reingekommen", zitierte das Blatt eine interne Quelle im Museum.

Die Uffizien gehören zusammen mit dem Kolosseum in Rom und den Ausgrabungsstätten von Pompeji zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Italiens. Noch mehr Besucher als die Gemäldegalerie in Florenz verzeichnen die Vatikanischen Museen auf dem Territorium der Vatikanstadt. Auch dort wurden nach dem Einbruch im Louvre die Sicherheitsvorkehrungen für die Sixtinische Kapelle und andere Bereiche deutlich verstärkt.

pgr/se (dpa, rtr, Corriere della Sera)

Redaktionsschluss 17.30 Uhr (MESZ). Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert! 

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